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Die Zeichentrickserie

Zwischen 1971 und 1973 erschienen in Japan Übersetzungen von einigen der ansonsten wenig bekannten Hamilton'schen Captain-Future-Romane. Offenbar sind sie auf fruchtbaren Boden gefallen...

Das Ende der vierziger Jahre als "Japan Animated Films" gegründete Studio Toei hatte sich bis dahin schon mit etlichen animierten Filmen und TV-Serien in Japan einen Namen gemacht und sich für seine Produktionen schon früh, d. h. ab den 60er Jahren, an Stoffen aus anderen (westlichen) Kulturkreisen - vorwiegend Märchen und klassischen Abenteuererzählungen - bedient (1). Etwa ab dieser Zeit entstanden in Japan auch die ersten Science-Fiction-Zeichentrick-Serien und wurden erfolgreich.

Einige Jahre später, in 1978, produzierte Toei schließlich die CF-TV-Serie. Immer wieder hört man, dass der große Erfolg von "Star Wars" (1977) die Umsetzung von Hamiltons Science-Fiction-Romanen in einen Animé beflügelt haben soll, belegt ist das allerdings nicht. Andererseits erscheint es jedoch durchaus möglich, dass man sich von der durch den Erfolg von "Star Wars" entstandenen Welle der Sci-Fi-Begeisterung bestätigt fühlte, handelt es sich bei CF doch genauso um das Genre "Space Opera" wie auch bei Star Wars.

"Captain Future" war jedenfalls eigens für den Export ins (westliche) Ausland gefertigt worden, denn zu dieser Zeit waren japanische Zeichentrickfilme, auch als Co-Produktionen, bereits schon international erfolgreich (Deutschland: z. B. Calimero (1972), Wickie und die starken Männer (1974), Heidi, Pinocchio sowie Kimba, der weiße Löwe (1977)). Toei, das 1978 in den USA ein Büro im Norden Hollywoods eröffnet hatte, fasste mit CF vermutlich den amerkanischen Markt ins Auge. Wirklich erfolgreich wurde die Serie jedoch hauptsächlich in Europa (vor allem Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland) und Lateinamerika; in den USA dagegen gab es wider Erwarten Schwierigkeiten, japanische Serien an die entsprechenden Sender zu verkaufen, so dass sich Toei Mitte der 80er Jahre von diesem Markt zurückzog. Im amerikanischen Kabelfernsehen lief letztlich nur eine einzige Episode (mit allen 4 Teilen) - "The Lost World of Time" ("Die Zeitmaschine" (3)).

Über die Originalfolgen ist nicht allzuviel bekannt. Nach Auskunft von Taurus Film liegt die Originalserie in englischer Sprache vor, da sie für das Ausland produziert wurde, was im Umkehrschluss für die japanische Fassung bedeutet, dass diese somit lediglich eine Übersetzung sein muss...

Regie Kozo Morishita, Akira Yokoi, Hideki Takayama, Johei Matsuura, Tomoji Katsumata, Shigeo Hirota

Produktion Toei Doga Animation (heute: Toei Animation Co.)

Animation Tadano Tsushi

Soundtrack Yuji Ohno (bekannt durch seinen "Lupin III"-Soundtrack)

Erstausstrahlung in Japan 7. Dezember 1978 - 30. Oktober 1979

Japanische Synchronsprecher (Auszug)

Charakter Sprecher
Captain Future Taichiru Hirokawa
Joan Randall Eiko Masuyama
Otho Keiichi Noda
Grag Ken'ichi Ogata
Ken Scott Kazuhiko Inoue
Prof. Simon Wright Kiyoshi Kawikubo
Ezra Guerney Kazuhiko Kishino

Nicht verfilmte Geschichten

Die Zeichentrickserie umfasst längst nicht alle Captain-Future-Geschichten. Von den insgesamt 27 CF-Erzählungen (17 + 3 Romane (CF-Magazin u. Startling Stories) sowie 7 Kurzgeschichten) wurden insgesamt 14 der Romane für den Animé verwendet, nicht verfilmt wurden die folgenden sechs:

  • Outlaws of the Moon
  • Worlds to Come
  • Days of Creation
  • Red Sun of Danger
  • Outlaw World
  • The Solar Invasion

sowie die sieben zwischen 1950 und 1951 erschienenen CF-Kurzgeschichten.
Somit gäbe es also noch genug Material für eine weitere Staffel ;-)

CF auf DVD, BluRay und VHS-Kassetten

Eine Übersicht über die erschienenen Bild- und Tonträger gibt es hier.

Die deutsche Fassung

1980/81 wurde die CF-Serie im deutschen Fernsehen vom Sender "ZDF" in 2 Staffeln (1. Staffel mit 8 und 2. Staffel mit 5 Episoden) im Kinderprogramm ausgestrahlt.

Bei der deutschen Ausstrahlung wich man von der ursprünglichen Sendereihenfolge ab, was - zusammen mit den vielen Kürzungen - zu Ungereimtheiten führt, da die einzelnen Episoden und Folgen stellenweise Bezug aufeinander nehmen. Laut Florian Baumann / Günter Heidel wurde die Sendereihenfolge von der Reihenfolge der Synchronisation bestimmt, d. h. die Episoden wurden ebenfalls in abweichender Reihenfolge synchronisiert. Und auf die Frage, warum solche logischen Fehler niemandem aufgefallen sind, wurde geantwortet, dass bei einer Kindersendung nicht [wie bei anderen Sendungen] ein Korrekturlesen durchgeführt werde, sondern dass es sich mehr um 'Fließbandarbeit' handele.

Die deutsche Fassung ist überdies stark gekürzt, ungefähr ein Viertel ging den deutschen Zuschauern dadurch verloren: Bei Taurus Film hängte man zunächst die Originalfolgen aneinander, dann wurde die so entstandene 100minütige Episode auf insgesamt 75 Minuten gekürzt und diese verkürzte Version schließlich in drei Teile (Folgen) zerlegt. Details zum so entfernten Material findet man auf Schnittberichte.com (2). Lediglich die Geschichte "Das Geheimnis der Sieben Steine" entging dieser "Radikalkur", hier wurde der 100-Minuten-Film korrekt in vier Teile à 25 Minuten zerlegt. Was allerdings mit dem herausgekürzten Material passiert ist und ob dieses bereits schon synchronisiert war, ist unklar.

Um "Captain Future" in Originallänge zu erleben, muss man entweder auf die Ende 2016 erschienene BluRay-Box "Collectors' Edition", die als einzige europäische Ausgabe die kompletten japanischen Folgen im Original (japan.) mit dt. Untertiteln enthält, die französischen DVDs (leider nur auf französisch, d. h. ohne andere Sprachfassungen) oder die englischen VHS-Kassetten von ZIV (1980) bzw. Harmony Gold (1985) zurückgreifen, allerdings existieren auf englisch nur "Der Herrscher von Megara" und "Die Zeitmaschine".

Die Originaldrehbücher sind bei Taurus Film nicht mehr vorhanden; sie wurden damals leihweise an Arena Synchron gegeben. Anfragen dort ergaben, daß die Bücher nach Beendigung der Übersetzungsarbeiten an den Lizenzgeber zurückgeschickt wurden. Dort wurde allerdings niemand fündig. Der besagte Redakteur nimmt an, daß sie nach Japan zurückgeschickt worden sind. In den Archiven von Taurus Film lagern nur noch die deutschen Dialogdrehbücher, und davon auch nur 39! Ein Buch fehlt also...

Synchronisation / Bearbeitung Arena Synchron Berlin für das ZDF, sowie Taurus Film (Kirchgruppe).
Die Einblendung des ZDF-Logos dürfte ein Grund sein, weshalb weder Pro 7 noch Kabel 1 jemals den vollen Abspann gezeigt haben.

Erstausstrahlung in Deutschland 27. September 1980 - 21. März 1987 (1. Staffel)
3. Dezember 1981 - 25. März 1982 (2. Staffel)

Deutsche Synchronsprecher

Charakter Sprecher
Erzähler Helmut Kraus
Captain Future Hans-Jürgen Dittberner
Prof. Simon Wright Jochen Schröder
Grag Friedrich G. Beckhaus
Otho Wolfgang Völz
Joan Landor Anita Kupsch
Ezella Garnie Michael Chevalier
Ken Scott Sven Plate
Präsident Cashew Horst Schön
Ann (Sekretärin) Rebecca Völz
Halk Anderson Friedrich Schönfelder
Herrscher v. Megara Klaus Miedel
Vul Kuolunh Joachim Kerzel
Wrecker / Su Virru Lothar Blumhagen
Dr. Zaro Herbert Stass
Kim Ivan Hubert Suschka
Vusful Joachim Pukass
König Murul Friedrich W. Bauschulte
Bulwar Heinz-Theo Branding
Cunnick Claus Jurichs
Glow (Megara-Wesen) Herrmann Wagner
Otho als Megara-Wesen Hans Nitschke
John Waldon Otto Czarski

Der CF-Soundtrack

Die Originalfolgen waren natürlich auch mit Musik unterlegt. Da das Filmmaterial jedoch nicht, wie normalerweise üblich, über mehrere Tonspuren verfügte (für Sprache, Geräusche, Musik), sondern nur eine einzige, musste der gesamte Ton in der deutschen Fassung ersetzen werden. Das galt somit auch für alle Geräusche und natürlich auch für die Musik. So kam es, dass mit der Komposition des Soundtracks Christian Bruhn beauftragt wurde. Die von ihm komponierte Musik trug wesentlich zum Erfolg der Serie bei.

Von Von Phil Fuldner gibt es unter dem Namen "The Final" auch einen Captain-Future-House-Mix, bei dem Teile von "Feinde greifen an" (Soundtrack Titel 4) verwendet wurden. Auf der Maxi-Single sind insgesamt fünf Tracks zu finden. Und auf "Captain Future Re-Animated" setzen sich mehrere Musiker mit den CF-Themen auseinander (Club- bzw. Lounge-Stil).

Fehler in der deutschen Fassung

Durch die Fernsehserie ziehen sich sehr viele Fehler. Man merkt deutlich, dass weder bei der Produktion noch bei der Synchronisation Leute mit Kenntnissen in Astronomie mitgewirkt haben: Fachbegriffe werden ohne erkennbares System durcheinander geworfen, so werden z. B. die Bezeichnungen "Sonnensystem" und "Milchstraße" synonym gebraucht, der Begriff "Lichtjahr" muss als Zeiteinheit herhalten, und Sternbilder werden als Ortsangabe verwendet.

Einige der Fehler dürften darauf zurückzuführen sein, dass die literarische Vorlage von Edmond Hamilton fast ausschließlich in unserem Sonnensystem angesiedelt war. Zu Zeiten der Zeichentrick-Umsetzung war das Sonnensystem aber wohl schon zu klein geworden, also mussten die "unendlichen Weiten" der Galaxis herhalten. Zwar gibt es auch bei Hamilton bereits Ausflüge nach außerhalb unseres Sonnensystems. Das Problem ist jedoch, dass die Romane nur auf einigen wenigen Planeten spielen, während in den Filmen jedesmal ein anderes Sonnensystem herhalten muss. Vor allem die Folgen, die aufeinander aufbauen, werden dadurch gestört.

Jedoch nicht nur die deutsche Synchronisation ist für Ungereimtheiten verantwortlich - auch die starken Kürzungen bzw. Schnitte tragen hier ihren Teil dazu bei (siehe oben).
Nachfolgend also eine Auflistung der Episoden mit den übelsten "Klöpsen" sowie einige Anmerkungen zu den wissenschaftlichen Fakten. Die Reihenfolge entspricht der Ausstrahlung in Deutschland.

Die Zeitmaschine (in Deutschland: Episode 1)

Fehler durch Schnitte: In der deutschen Fassung wird nicht erwähnt, dass General Jikal den Mars erobern will, um sich dort zum Kaiser über das (dorthin umgesiedelte) Volk von Katain krönen zu lassen.

In 1.2. sieht man ab ca. 15:25 eine "Spy Bat" auf die Comet zufliegen und in der Szene danach sprechen Future & Co. mit General Jikal. Hier fehlen etwa 4:15 Minuten, in denen die Spy Bat die Comet ausspioniert und die Bilder an Jikal überträgt. Yiek fängt das Tier, die Fledermaus flattert aber mit ihm davon. Oak rennt zu Grag und Otto und führt sie auf die Spur von Yiek und der Spy Bat. Die beiden fangen die Bat, die auf den Boden fällt, explodiert - und in diesem Moment beginnt das Gespräch mit General Jikal. Währenddessen laufen zwei "Spy Rats" (in der dt. Synchro "Zwergratten" genannt) auf die Comet zu (später werden sie ebenfalls explodieren und die Zeitmaschine beschädigen)... Yiek will Grag auf die Ratten aufmerksam machen, doch Grag hält ihm den Mund zu.

Fehler in der Reihenfolge: In "Die Zeitmaschine" gibt es einen Rückblick auf den "Herrscher von Megara". Tatsächlich ist "Der Herrscher von Megara" die chronologisch erste Folge.

Anmerkungen: Die Idee eines gemeinsamen Ursprungs der Asteroiden bzw. Planetoiden des Asteroidengürles in einem "Mutterplaneten" wird mittlerweile weitgehend abgelehnt. Die Gesamtmasse der Planetoiden im Sonnensystem beträgt nur zwischen 3,5 x 1.021 und 7 x 1.021 kg, also etwa 0,05 bis 0,1 Prozent der Mondmasse. Für einen echten Planeten ist das eindeutig zu wenig! Es ist viel wahrscheinlicher, dass sich aufgrund der Gezeitenkräfte des Jupiters nie ein Planet in dieser "Umlaufbahn" hat bilden können.

Der in der Episode erwähnte "Roche-Effekt" wurde von dem französischen Astronomen Emile Roche (1820-1886) berechnet. Die sogenannte "Roche-Grenze" stellt die geringste Entfernung dar, die zwei Himmelskörper voneinander haben können, ohne dass der massenärmere zerbricht. Sie beträgt ca. den zweieinhalbfachen Radius des massereicheren Körpers.

Der Herrscher von Megara (Episode 2)

Schnitte: Als Captain Future Joan zum ersten Mal trifft, erinnert ihn das an seine Vorstellung davon, wie seine Eltern sich getroffen haben. Diese Szene war ursprünglich enthalten, wurde jedoch herausgeschnitten.

In Folge 1.1. ab ca 14:00 fehlen mindestens drei Minuten. Die Comet trifft im Megara-System ein, wird angegriffen und Future schießt auf das feindliche Schiff. Im Original sieht man hier das beschädigte Schiff auf den Mittagsmond zufliegen. Die Comet folgt ihm, die Future-Mannschaft entert das Schiff und Captain Future kann nach einigem Hin- und Her den Piloten festnehmen. Otto verwandelt sich dann später in diesen Piloten (in der dt. Version ist das die direkt dem Angriff folgende Szene).

Fehler: Zu Beginn wird erwähnt, dass diese Episode im Jahr 2200 spielt, also etwa die Zeit des 22./23. Jahrhundert (das Jahr 2200 gehört zum 22., das Jahr 2201 zum 23. Jh.). In Teil 2 sagt Future aber zu Joan: "In unserem 21. Jahrhundert ist so etwas eben möglich." Die literarische Vorlage spielt Anfang des 21. Jahrhunderts; die Flucht der Newtons auf den Mond fand demnach in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Allerdings werden nur in dem ersten Roman (Der Weltraumherrscher) konkrete Daten genannt, in den späteren Erzählungen hatte Hamilton jegliche Zeitangabe vermieden. Von daher hat Future recht, während sich der Erzähler irrt!

Bemerkungen: Die Stadt Megara war bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. eine der wichtigsten Städte Griechenlands. U. a. gründete "Euklid von Megara" (nicht zu verwechseln mit dem Mathematiker gleichen Namens) dort eine berühmte Philosophenschule.

Wissenschaftliche Fakten: Beim Start von der Erde werden die Erste und Zweite Raumgeschwindigkeit erwähnt. Gemeint sind damit wohl die sogenannten Kosmischen Geschwindigkeiten.
Die 1. kosmische Geschwindigkeit ist diejenige Geschwindigkeit, die ein Körper braucht, um in eine Kreisbahn um einen Planeten einzutreten, die zweite ist die sogenannte Fluchtgeschwindigkeit, mit der ein Körper das Gravitationsfeld eines Planeten verlassen kann.

Das Geheimnis der Sieben Steine (Episode 3)

Fehler: Mal wieder vertauschte Sendereihenfolge, siehe auch auch Episode 7.

Bemerkungen: "Das Geheimnis der sieben Steine" ist die einzige Captain-Future-Episode, die fast ungekürzt im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Deshalb hat sie auch vier anstelle der üblichen drei Folgen.

Auf der Suche nach der Quelle der Materie (Episode 4)

Fehler: Zu Anfang wird behauptet, dass unsere Galaxis (aka "die Milchstraße") aus 200 Milliarden Planeten besteht, die sich alle um die Sonne drehen. Das ist natürlich Unsinn... Allein die Zahl der Sterne in der Milchstraße wird auf 200 bis 300 Mrd. geschätzt, wie viele davon von Planeten umkreist werden, kann man nur mutmaßen.

Der Zauberer vom Mars (Episode 7)

Fehler: Ken fragt Future in "Das Geheimnis der sieben Steine", ob Kuolun nicht der Mann von dem unsichtbaren Planeten sei. Offensichtlich ist hier wieder die Sendereihefolge durcheinandergeraten...

Bemerkungen: In der ersten Folge dieser Episode ist Captain Future zur Abwechslung mal mit blauen Augen gezeichnet.

Mitgefangen im Weltall (Episode 8)

Fehler: Die Einheit "Lichtjahre" wird als Zeitangabe verwendet. Sie ist jedoch kein Zeit-, sondern ein Entfernungsmaß. Dieser Fehler wird leider sehr häufig gemacht, klingt halt sehr futuristisch.

Des weiteren hat man scheinbar - zumindest bei einer Szene - den Film falsch herum in den Projektor eingelegt: Man sieht, wie sich Joan und Future vorstellen, im Ballsaal auf dem vorbeifliegenden Passagierraumschiff zu tanzen. Allerdings - bei der Haltung müsste Joan die Herrenschritte tanzen und Future die Damenschritte.

Die Elektromenschen (Episode 10)

Wissenschaftliche Fakten: Der Halley'sche Komet wurde schon vor über 2000 Jahren beobacht. Er ist allerdings nicht mit dem Stern von Bethlehem identisch, was oft behauptet wird. Seine Umlaufzeit um die Sonne beträgt ca. 76 Jahre. Der Kern hat im Durchschnitt einen Durchmesser von 14 km, er besteht zum großen Teil aus gefrorenen Gasen und Staub ("schmutziger Schneeball"). Beim letzten Perihel-Durchgang 1986/87 näherten sich mehrere Raumsonden, u. a. die russischen "Wega"-Sonden (bis auf 8000 km) und die europäische Sonde "Giotto" (bis auf 600 km) dem Kometenkern und machten einige eindrucksvolle Bilder. Einen Planeten im Kern konnte die Sonde aber nicht entdecken. Wie auch? Die Gravitationstörungen wären zu groß, um unentdeckt bleiben zu können.

Das gefährliche Lebenselixier (Episode 11)

Wissenschaftliche Fakten: Die Wirkung des "Lebenswassers" wird der Radioaktivität zugeschrieben - doch das ist leider kompletter Unsinn. Es gibt keinen Mechanismus, der die Zellen dazu veranlassen könnte, sich "zurückzuentwickeln", d. h. zu verjüngen - genausowenig könnten wir die Zeit anhalten. "Verlebte" Zellen gehen zugrunde und werden im Laufe des Lebens ersetzt; das funktioniert allerdings nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt, und danach geht nichts mehr... Der Mensch stirbt schließlich. Das Ersetzen von Organen mit "Nachzüchtungen" aus eigenen Körperzellen (wegen der Immunabstoßung) ist Thema der Stammzellenforschung.

Ein gefährliches Geheimnis (Episode 12)

Wissenschaftliche Fakten: Die Diskussion um das Thema "Genmanipulation" hatte Anfang des Jahres 2004 durch die angebliche Geburt eines Klonbabies wieder neuen Zündstoff erhalten. Die in der Folge dargestellte Art der Beeinflussung des Genoms ist natürlich Quatsch, obwohl UV-Strahlung durchaus für Mutationen durch Fehler bei der Replikation sorgen können (Beispiel: Zusammenhang von Sonnenbrand und Hautkrebs). Die UV-"Methode" ist jedoch zu ungenau, da man nicht vorhersagen kann, wo die Mutationen (und vor allem auch welcher Art) auftreten werden. Heutzutage wird die Erbsubstanz durch Endorestriktionsnukleasen an genau definierten Stellen geschnitten und "neue" DNA durch sogenannte "Vektoren" eingeschleust. Die Frage nach der Veränderung des menschlichen Erbguts ist jedoch nach wie vor umstritten...

Die Rolle seines Lebens (Episode 13)

Bemerkungen: Zur Abwechslung mal kein Fehler, sondern eine Kuriosität: Der Industrielle John Waldon sieht "Rastapopoulus", dem ewigen Gegenspieler von Tim und Struppi (eine Comic-Serie des belgischen Zeichners Hergé) verdammt ähnlich. Ob hier ein Tintin-Fan unter den Zeichnern war?

Links

  1. Wikipedia (engl.)
  2. Schnittberichte
  3. Anime Bargain Bin

Quellen

  • Florian Baumann (CF-FAQ auf Basis von T. Krackes FAQ)
  • Torsten Kracke (Urheber des ersten FAQ zum Thema CF, das '95 im Echo "scifi.ger" des FidoNet veröffentlicht wurde)
  • Günther Heidel (Ergänzungen zur dt. Fernsehfassung u. Hinweise zur Vorlage)
  • Bärbel Steininger (Infos zu den Büchern)