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Die COMET

Captain Futures überlichtschnelles Raumschiff, die "COMET", wurde von ihm zusammen mit seiner Mannschaft selbst entwickelt und gebaut. Normalerweise "parkt" es in dem unterirdischen Hangar der im Krater Tycho gelegenen Mondbasis und wird mittels einer beweglichen Platform in Startposition gehoben.

In puncto Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Feuerkraft ist die COMET vermutlich das stärkste Schiff ihrer Zeit. Dies und auch das an Bord befindliche wissenschaftliche Labor tragen zu der Aura des "Außergewöhnlichen" bei, die die Future-Mannschaft und ihr Raumschiff bei Hamilton umgibt.

Laut der - zugegebenermaßen sehr phantasievollen - Rißzeichnung aus den Bastei-Comicheften misst das Schiff von Bug- zu Heckkugel insgesamt 200 m, für die Bugkugel ist ein Durchmesser von 60 m und für die Heckkugel von 35 m angegeben. Die Bugkugel enthält unter anderem das Cockpit, die Mannschaftskabinen, Vorratsräume, das Forschungslabor, u. v. m., in der Heckkugel befinden sich der Maschinenraum sowie der "Hangar" für den Cosmoliner (ein kugelförmiges Shuttle mit schwenkbaren Triebwerksdüsen und Platz für 2 Personen, das als Beiboot dient).
Wenn man von den bei Bastei angegebenen Proportionen ausgeht, müssten die vier Ausleger bzw. Streben, die hinter der Bugkugel aus der Längsachse hervorragen, je ca. 50 m in der Länge messen (ohne Spindel). Sie sind um die Achse herum beweglich montiert und dienen neben der Aufhängung der Geschütz- und Steuerdüsenspindeln auch als Landestützen.
Über die Funktion der rot geränderten "Flügel" an der Bugkugel sowie der 8 leitwerksähnlichen Bleche am hinteren Teil der Achse ist dagegen nichts bekannt (bei letzteren ggf. stabilisierende Wirkung beim Flug unter Atmosphären-Bedingungen?).

Die COMET verfügt - zumindest im Animé - über ein zyklotronengetriebenes Photonentriebwerk (wobei das genaue Konzept dieses Antriebs allerdings unklar bleibt), ein Hyperraum-Aggregat (das in den japan. Originalfolgen der TV-Serie als "warp engine" bezeichnet wird) sowie über einen FTL-Antrieb, den sogenannten "Oszillationsantrieb" (im Roman: Vibrations- oder Schwingungsanrieb). Sie ist mit 4 Protonenkanonen (jeweils im vorderen Teil der Spindeln an den 4 Auslegern) bestückt, deren Strahlung sich bündeln lässt und besitzt außerdem eine Tarnvorrichtung, die sie mittels ionisierter Partikel wie einen Kometen aussehen lässt (daher auch der Name).

Eine Materie-Transmitter-Technik (die das "Beamen" ermöglicht) existiert im Captain-Future-Universum nicht - entweder muss die COMET zum "Aussteigen" auf den jeweiligen Planeten landen, oder man besteigt den Cosmoliner, der allerdings maximal 2 Personen transportieren kann. Das mag zunächst erst einmal umständlich erscheinen, doch letztlich ist man in diesem Punkt bei CF "näher an der Wirklichkeit" als in anderen SciFi-Universen.

Schutzschilde wie bei "Star Trek", "Star Wars" oder anderen Scifi-Serien sind ebenfalls unbekannt, dementsprechend verfügt auch die COMET über keine. Die einzige Möglichkeit, feindlichem Beschuss und etwaigen Treffern zu entgehen, beruht somit zum einen auf der Reaktionsschnelle des Piloten und andererseits auf der Widerstandsfähigkeit des beim Bau verwendeten Materials.

Die COMET im Pulp-Design

Bei Edmond Hamilton wird die COMET, ganz dem Stil der damaligen Zeit entsprechend, als "tropfenförmig" beschrieben, was in der Zeichentrickserie jedoch nicht umgesetzt wurde (gottseidank), auch wenn die im Animé gezeigte Hantel-Form sicherlich ungünstig ist, was die Kräfteeinwirkung unter Gravitationeinfluss (vor allem bei Start und Landung) betrifft. Angeblich soll das im Animé verwendete Design von dem des Raumschiffs "Discovery" aus "2001: Odyssee im Weltraum" abgeleitet sein - gewisse Ähnlichkeiten lassen sich zumindest nicht verleugnen.

Allerdings wurde aus der Romanvorlage einiges an Technik-Features übernommen, was heutzutage als längst überholt oder als schlichtweg unbrauchbar gilt: So ist z. B. die Nutzung von Kreisbeschleunigern (Zyklotronen) zur Erzeugung von Schub bzw. Energie unsinnig (zu hoher Energieverbrauch beim Beschleunigen der Teilchen), und ob man es jemals schaffen wird, mit gebündelten Protonenstrahlen auf weit entfernte Objekte zu schießen, um diese damit zu zerstören, steht aufgrund der Eigenschaften von Protonen zumindest derzeit noch in den Sternen. Aber beides hört sich gut an, oder...?
Das Prinzip des von Hamilton beschriebenen "Vibrations"- oder "Schwingungsantriebs" dagegen könnte man - mit sehr viel Phantasie, wohlbemerkt - am ehesten noch beim immer wieder mal diskutierten EM Drive wiederfinden, wobei im Roman der Rückstoß "hochfrequenter elektromagnetischer Schwingungen" zur Schub-Erzeugung dient*, beim EM-Antrieb jedoch niederfrequente Radio- bzw. Mikrowellen zum Einsatz kommen.

* Quelle: E. Hamilton, "Quest Beyond the Stars", Chapt. II
Auch sonst unterscheiden sich die Konzepte: So wird bei Hamilton ein "Treibring aus Terbium" zum Abstrahlen der elektromagnetischen Schwingungen benötigt, während beim EM Drive der (bislang noch sehr geringe) Vortrieb in einem geschlossenen konischen Gefäß erzeugt wird